Es war Dezember 2018 – Mein Seelenpferd

Es war Dezember 2018

Ich kaufte ein Pferd, dass anscheinend für mich bestimmt war. Und mit ihm kaufte ich ein “Problempferd”. Zumindest stand das so in dem Kaufvertrag, weil er eigentlich nicht wirklich geritten werden konnte. Er hatte Angst vor dem Reiter und reagierte entsprechend heftig unterm Sattel.

Natürlich musste das so im Vertrag stehen, damit man sich rechtlich absichern konnte. So konnte ich nachher nicht sagen, dass ich nicht gewusst hätte, was oder wen ich da kaufe.

Selbstverständlich ist er kein “Problempferd”.
Nachdem ich ihn bei dem Vorbesitzer etwas kennen lernen konnte, wusste ich:

Er ist hochsensibel
Er ist kein Spinner
Er ist charakterlich mega süß
Er ist etwas misstrauisch und behält den Menschen in Auge, aber brav und freundlich
Er braucht etwas anderes als den normales Ausbildungsweg

Er war 8 Monate im Berittstall, (die eigentlich die Pferde auch recht nett und freundlich ausbilden). Nach diesen 8 Monaten konnte man ihn, WENN er denn einen GUTEN Tag hatte, an der Longe vorsichtig traben. Problem war: Angst vor dem Reiter mit kleinen “Panikattacken” und entsprechendem Vorwärtsdrang.

So, nun sollte er ja ausgebildet werden, wie alle anderen Pferde auch, bei denen es ja auch gut klappte.

Was war also anders?

Die wahre Problem ist, dass einfach die Zeit und auch die Flexibilität fehlt, auf einem anderen Weg an die “Sache” ran zu gehen. Für den klassischen Weg war dieses Pferd nicht gemacht. Das war mir klar und ich wusste, dass ich mit ihm einen anderen Weg einschlagen müsste, um eines Tages mit ihm durchs Gelände zu streifen und durch den Wald zu galoppieren.

 Dann zog er bei mir ein

Ich habe erstmal jetzt einige Monate nur Vertrauensarbeit vom Boden aus gemacht. Longieren, spielen, Übungen, die Spaß machen. Bis er mir überhaupt erstmal zuhörte, dauerte schon eine Weile. Aber es klappte. Mit der Zeit.

Das erste Mal drauf gesetzt habe ich mich OHNE Sattel. Nach Wochen! So ganz spielerisch. Und dann musste er auch nicht vorwärts gehen, sondern durfte einfach stehen.
Dann haben wir mit dem Sattel angefangen. Nur drauf setzen (mein Mann auf dem Pferd, ich unten). Ein bisschen gemeinsam abhängen und chillen.

Dann haben wir mit den ersten Schritten vorwärts angefangen. Er wollte gar nicht gehen. Fand es seltsam, da oben jemanden sitzen zu haben. Ich habe jede Beinbewegung vorwärts überschwenglich gelobt.

Nach ein paar Tagen lief er dann immer so 2-3 Schritte und pausierte dann wieder (weil er es komisch fand). Lob, Lob, Lob.

Eines Tages ging er dann mal 6 Schritte am Stück locker. Dann 8, dann 10 etc. Ohne zu “spannen”. Ständige Kommunikation und Lesen der Körpersprache zwischen ihm und mir.

Vor Kurzem habe ich mir eine Kappe mit zur Weide genommen und wusste “Heute lass ich mich mal ohne Sattel von der Weide zum Stall führen”. Irgendwie wusste ich, dass es klappen könnte. Und was soll ich sagen? Er trug mich brav und entspannt ca. 200 Meter, während mein Mann ihn führte. Ein unbeschreibliches Gefühl für uns alle und ich war soooo stolz. 😍😍😍

Einen Tag später bin ich ihn wieder ohne Sattel im Schritt auf dem Platz “geritten”. Just for fun. Ohne was zu wollen. Mein Mann führte. Und er war die ganze Zeit entspannt und im tiefen Vertrauen, dass das, was wir da machen, ok ist.

Aber, wie gesagt, wir sind jetzt fast 6 Monate dran. Erst mit vielen Wochen Bodenarbeit und dann gaaaaanz langsamen Aufbau der Gewöhnung an den Reiter. Diese Zeit und Muße fehlt vielen Menschen.

Und wir haben auch noch einen langen Weg vor uns. Interessant wird der Moment, wo wir mal anfangen, vom Schritt in den Trab zu gehen. Aber auch das dauert noch, weil der Schritt gerade erstmal langsam flüssig wird.

Doch ich glaube ganz fest daran, dass wir es schaffen.

Noch vor wenigen Wochen wäre ich mit ihm nie an der Hand ins Gelände gegangen, weil er doch recht impulsiv und temperamentvoll sein kann. Aber heute gehen wir mega toll ins Gelände. Ohne andere Pferde. 45 Minuten durch eine neue Umgebung. Durch den Wald, vorbei an Feldern und allem, was dazu gehört. (Gelände kannte er vorher noch gar nicht.)

Ich denke, dass bei “Problempferden” machmal einfach Flexibilität, Zeit und Muße fehlt. Flexibilität deswegen, weil man manchmal vielleicht an klassischen Ausbildungswegen festgehalten wird, obwohl das Pferd was ganz anderes braucht.

Die Frage ist, ob wir bereit sind, uns in das Pferd hinein zu fühlen und hin zu hören, was es braucht und wünscht.

Ich habe diese Aufgabe mit meinem Pferd jedenfalls vollkommen angenommen. Und ich liebe es, seine Fortschritte zu beobachten.

Es macht mir so viel Freude, zu beobachten, wie dieses Pferd
immer schöner wird,
immer selbstbewusster wird,
immer vertrauensvoller wird,
immer gelassener wird.

Und ganz besonders liebe ich es, zu sehen, wie er immer mehr in seine Kraft und Größe findet.

Er spürt, dass das auch erwünscht ist. Er darf eine Persönlichkeit sein und sich entfalten. Er darf sich entwickeln und über sich hinaus wachsen. Er darf Pferd sein und auch mal seine Meinung sagen.

Ich liebe es, zu beobachten, wie gut es ihm tut, er selbst sein zu dürfen und so angenommen zu werden, wie er ist.

Wir arbeiten an seinen (und meinen ) Themen, aber ohne die Intention, dass er erst “richtig werden muss”, sondern viel eher mit dem Gefühl, dass er schon jetzt richtig klasse ist und all das, was ihn vielleicht daran hindert, noch glücklicher zu sein, verbessert wird. Das ist ein riesengroßer Unterschied.

Das Vertrauen wächst.
Und es macht so viel Freude mit ihm.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich unfassbar viel durch und von ihm lerne. Über ihn, über mich, über das Leben, über Gesetzmäßigkeiten.

Wachstum auf allen Ebenen, für uns alle.

Wer sich auf ein Pferd wirklich, wirklich, wirklich einlässt, der wird auch persönlich unheimlich wachsen.

  

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LG, Sabine

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